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Bus und Bahn
Jiu Shi
In Shanghai
S u. F. Demmer
Wohnen in Shanghai
Bus und Bahn in Shanghai

Öffentliche Verkehrsmittel – nicht immer, aber immer öfter!

 Wer gerne StĂ€dtereisen macht, weiß: Wirklich kennen lernen kann man eine Stadt nur, wenn man sich ohne Netz und doppelten Boden ins GewĂŒhl stĂŒrzt: zu Fuß, mit Taxi, Bus oder Bahn. Das gilt umso mehr, wenn man in einer Stadt lebt. In Shanghai kostet das manchmal Überwindung ist ansonsten aber sehr erlebnisreich und dabei wesentlich ungefĂ€hrlicher als in vielen anderen GroßstĂ€dten.

 Basisausstattung:

 Wer immer sich allein in die Stadt begibt ist mit folgenden Utensilien gut beraten:

 
  •  Eigene chinesische Namecard, um jederzeit um von ĂŒberall mit dem Taxi nach Hause zurĂŒck zu kommen (wirklich wichtig) !!
  • Touristmap mit zweisprachiger Beschriftung (rote Karten in PlastikhĂŒlle: neueste Auflage jeweils fĂŒr 10-20 RMB im Straßenverkauf), um Ziele notfalls zeigen zu können.
  • Ambitionierte sollten sich noch an Kiosken oder im Buchhandel die rein chinesische Buslinien-Karte (Jiaotong Ditu) zulegen. Leider enthĂ€lt die Neuauflage in diesem Fall aus mysteriösen GrĂŒnden nur einen Bruchteil der gesamten Linien.
  • Leider Geschichte: Der „Igel“ – eine Adresssammlung mit ĂŒber tausend Adressen auf Karten an einem SchlĂŒsselring war bei City-Shopping zu erwerben und wirklich praktisch. Hier fanden Sie fast alle Ziele, die wichtig waren in zweisprachiger Beschreibung.
  • Neu, nicht ganz so handlich aber auch sehr gut: der ebenfalls im City-Shopping zu erwerbende Expat-FĂŒhrer “Passport Shanghai”. Besonders erfreulich daran, dass ein Teil des Erlöses an die Hilfsorganisation “Couleurs de Chine” geht.
  • Von der chinesischen Foreign Laguage Press liegt seit 2008 in der “China-Travel Kit Series” ein sehr brauchbarer Shanghai-FĂŒhrer mit Ortsangaben in Englisch, Pinyin und Zeichen vor, den man u.a. am Flughafen erwerben kann.
  • Handy, fĂŒr den Fall dass Sie sich dann doch mal wirklich verirren (unwahrscheinlich aber denkbar... ;-))
 
Mit dieser Grundausstattung kann man auch ohne jegliche Sprachkenntnisse schon sehr weit kommen.
 
Sonst wichtig:
 Wo immer es Ihnen gefĂ€llt, nehmen Sie sofort irgend eine Namecard mit, um möglichst einfach wieder hin zu kommen. Bei Parks oder SehenswĂŒrdigkeiten einfach das nĂ€chstgelegene Restaurant ansteuern, die haben sicher eine.

 GrundsĂ€tzlich KANN es in U-Bahn und Bussen auch mal SEHR eng werden, dann auf TASCHENDIEBE achten!!. In aller Regel gestaltet sich die ganze Sache nicht wesentlich dramatischer als im deutschen Personennahverkehr.

 

Das Wichtigste zu den prinzipiell nutzbaren Verkehrsmitteln:

 Fahrrad: Ja auch das Fahrrad ist in Shanghai fĂŒr kurze Strecken eine reelle Alternative. Wer in einem Vorstadt-Compound wohnt, kann da teilweise wirklich ins GrĂŒne radeln. FahrrĂ€der kaufen kann man in der Regel in SupermĂ€rkten. Die u.a. im „Carrefour“ angebotenen chinesischen StandardrĂ€der der Shanghaier Marke „Forever“ waren dabei lange die einzigen 28“-Angebote. Die Verarbeitung und MaterialqualitĂ€t ist haarstrĂ€ubend, drum prĂŒfe wer sich ewig bindet. Letztlich hat man fĂŒr rund 40 Euro aber ein brauchbares Fortbewegungsmittel mit viel Stil. Mittlerweile gibt es auch mehrere Wheeler-FachgeschĂ€ften - zunehmend Zielpunkt der Expat-Gemeinde. Auch die Decathlon-Outlets bieten mittlerweile FahrrĂ€der. In Gubei gab es im Zusammenhang mit einem Club sogar einen richtig coolen Laden fĂŒr  hochwertige Komponenten - aktueller Stand ist da aber unbekannt.
Bei Hitze und viel Verkehr ist Fahrradfahren in Shanghai anstrengend – auch weil man stĂ€ndig auf ĂŒberraschend auftauchende Autos, FußgĂ€nger oder offene KanalschĂ€chte gefasst sein muss. DAS Zauberwort heißt Blickkontakt!! Sich auf vermeintlich Rechte zu verlassen ist lebensgefĂ€hrlich! Es kann ihnen passieren, dass Sie an einer fĂŒr Sie eigentlich grĂŒnen Ampel angefahren werden, weil Sie nicht geschaut haben. Gleichzeitig ist es mit Blickkontakt durchaus möglich, mit dem Fahrrad sich halbwgs sicher selbst auf vierspurigen Straßen zu bewegen. Ihr Blick sollte dabei immer sagen: Ich will dahin und ich weiß, dass Du mich gesehen hast und noch bremsen kannst! Also lass mich bitte! Schaffen Sie sich Raum! Das geht immer wieder ĂŒberraschend gut. In der Summe bleibt aber: EILE MIT WEILE, dann macht es Spaß – und ist angesichts der mittlerweile chronischen Staus teilweise schneller als mit dem Auto! Ein besonderes, sehr angesagtes Gimmick sind KlapprĂ€der: Passen ins Taxi und in Bus und Bahn – und vor Ort kann man dann losradeln. Gibt es mittlerweile sogar sehr edel mit Gangschaltung und Trommelbremsen von 20-150 Euro. Eines sei noch angefĂŒgt: Ich war sehr viel mit dem Rad unterwegs. Dabei wurden mir insgesamt 4 RĂ€der gestohlen: Am Schluss war ich selbst mit einem 10 Euro Gebrauchtrad aus dem Straßenhandel unterwegs... .

 ElektrorĂ€der: Ebenfalls schon 2002 hip und mittlerweile sogar mit Doppelsitzbank zu haben sind diese fĂŒhrerscheinfreien, gerĂ€usch- und geruchlosen Mofas (1000-2800 RMB) mit herausnehmbarer (jedoch krachschwerer!) Batterie - deren rasantes Wachstum China 2010 zum WeltmarktfĂŒhrer in Sachen E-MobilitĂ€t gemacht haben. Eine Batterie-Ladung reichte zu Beginn fĂŒr rund 50 Kilometer, mittlerweile auch mehr – am Berg, beim Anfahren und wenn eben doch mal Ladehemmungen da sind, kann/muss das GerĂ€t wie ein Fahrrad gefahren werden. Da man sich aber mal verschĂ€tzen kann, und mangelhafte Batterieleistung 2007 der hĂ€ufigst gemeldete Mangel bei chinesischen Verbraucherschutz- organisationen war ,empfehle ich persönlich nur solche Exemplare zu kaufen, die auch noch einen halbwegs ertrĂ€glichen Betrieb mit den FĂŒĂŸen ermöglichen. Immer mehr Shanghaier Firmen stellen Ihren Mitarbeitern solche GerĂ€te z.B. fĂŒr Mittagspause, Kundenbesuche oder Kleinlieferungen zur VerfĂŒgung. Nur weil es immer wieder mal gefragt wird: Mangels Musterzulassung ist die Einfuhr nach Deutschland nicht zu empfehlen - mittlerweile finden die RĂ€der aber auch ihren Weg zu deutsche HĂ€ndlern - fĂŒr in der Regel mindestens das 5-fache des chinesischen Preises.

 Shuttle-Busse: Die meisten grĂ¶ĂŸeren Compounds - egal ob westlich oder vorrangig von Chinesen bewohnt - bieten mehrmals tĂ€glich Shuttlebusse zu wichtigen Innenstadtzielen an. In der Regel die einfachste, schnellste und gĂŒnstigste Alternative zum eigenen Auto.

 FĂ€hren: Mehrere FĂ€hren verbinden fĂŒr 5 Jiao (Jiaotong eCard funktioniert auch) Puxi mit Pudong. Eine relativ schnelle und dabei unterhaltsame Art die „Seite“ zu wechseln. Weiterhin gibt es u.a. regelmĂ€ĂŸige NachtfĂ€hren zur Tempelinsel Putuoshan – ein Pflichtziel, wenn man lĂ€nger in Shanghai ist. Das HauptfĂ€hrterminal fĂŒr LangstreckenfĂ€hren wurde zuletzt wiederholt verlegt - bitte aktuell erkundigen.

 Taxis: Können einfach herangewinkt werden oder per Telefon gerufen –  mittlerweile auch relativ gut, wenn man kein chinesisch spricht. Im Taxi kann es allerdings zu deutlichen VerstĂ€ndigungsschwierigkeiten kommen. Namecards und Stadtplan sind da ĂŒberlebenswichtig. 11, bzw.12 RMB sind GrundgebĂŒhr, in den Randdistrikten teilweise weniger, in der Nacht mehr. InnerstĂ€dtische Fahrten spielen sich in der Regel zwischen 20 und 50 RMB ab. Eine komplette Durchquerung Shanghais kommt auf ca. 160 RMB. Nach SARS war es zeitweilig deutlich schwerer geworden, schnell ein Taxi zu bekommen, Regen bedeutete in jedem Fall Taxi-Krise!! Der massive U-Bahnausbau hat die Taxissituation jedoch Stand 2009 wieder erheblich entlastet - sogar bei Regen. Nur entlang der Nanjing Lu und der Huai Hai Lu kommt es auch jetzt noch regelmĂ€ĂŸig zu sehr langen Wartezeiten. Dann laufen Sie lieber ein zwei Seitenstraßen weiter.

Die wichtigsten Taxigesellschaften


      Jinjiang, (weiss):         96961
      Qiangsheng, (gelb):     6258 0000
      Dazhong, (tĂŒrkis):         96822
      Nong Gong Shan, (Blau):  96965

 

Großtaxis:  Besuch? Unter 6275 8800 können 10er-Taxis bestellt werden. Die GrundgebĂŒhr liegt hier bei 10-15 RMB. Bestellung zwei bis drei Tage im Voraus ist empfehlenswert. Kleinbusse ab 18 Personen gibt es unter 6464 7777.

 Ă–ffentliche Busse: Shanghai ist durchzogen von einem außerordentlich feinen Netz von Buslinien. Im Einsatz sind GefĂ€hrte aller GrĂ¶ĂŸen, Formen und Komfort-Standards, von den blechernen Rappelkisten der Kleinlinien bis zu den Reisebussen der Touristenklasse am Stadion. Es gibt eigentlich keinen Platz, den man so nicht erreichen könnte. FĂŒr AuslĂ€nder ist die Nutzung insbesondere durch die rein Chinesische Beschilderung nicht immer ganz einfach. Da es vielen Chinesen jedoch offensichtlich gefĂ€llt, wenn Westler auch mal ohne Chauffeur unterwegs sind, wird einem gerne geholfen. Beschreibung Shanghaier Buslinien (Dank an Miro auf www.schanghai.com). Interaktives chinesisches Nahverkehrsportal fĂŒr Shanghai (Dank an dibbuk auf www.Schanghai.com)

 U-Bahn/Pearl-Line:Die U-Bahn verfĂŒgt mittlerweile ĂŒber  13 Linien, ist das beste Verkehrsmittel: Schnell, gepflegt und im Vergleich zum Bus wirklich unkompliziert. Karten gibt es am Schalter in der Station (kann wegen wĂ€hrend der Hauptverkehrszeiten rabiaten VordrĂ€ngelns ziemlich nervig sein) oder an auch ohne Sprachkenntnisse sehr einfach zu bedienenden Automaten. Es gibt Einzelfahrscheine und die beliebig aufbuchbare Magnetkarten (Jiaotong-eCard; sehr praktisch, da diese Karten zudem in manchen Bussen, vielen Taxis, in der Pearl-Line, fĂŒr die Huangpu-FĂ€hren verwendet werden können und im Muster einer Chip-Karte sogar in manchen Restaurants und LĂ€den). Diese grĂŒne Nahverkehrs-Wunderkarte mit dem Blitz gibt es am Schalter fĂŒr 30RMB+gewĂŒnschtes Guthaben. FĂŒr den, der es ganz Hip haben möchte, steht mittlerweile sogar eine Uhr mit Buchfunktion zur VerfĂŒgung, ganz nach dem Muster der Ski-Swatch.
Die eben erwĂ€hnte Pearl-Line (Hochbahn) ist mittlerweile als Linie 3 ins Metro-Netz integriert  Durch die Ringlinie 4 ist insbesondere die Erreichbarkeit der nördlichen Innenstadt-Bezirke und Pudongs erheblich verbessert worden. Über weitere Linien sind mittlerweile (2009) die Historienmeile in Qibao und das Naherholungsgebiet Sheshan angeschlossen. Sehr cool ist dieser
interaktive Shanghai-Metroplan:  (Dank an Montreux aus Schanghai.com)

Busse – weitere Infos

 Zuerst grundsĂ€tzlich:

Ein öffentlicher Bus ist ein „gong gong qi che“ (gung gĂčng ttschĂŹ tsche). Haltestelle ist „zhĂ n“. Viele Buslinien sind wie schon erwĂ€hnt mit Nummern bezeichnet. Wer chinesische Zahlen kann, kann so nach Haltestellen fĂŒr Linien fragen, indem er oder sie an die Ziffern noch ein „Lu“ fĂŒr Linie anhĂ€ngt und ein ausreichend fragendes Gesicht dazu macht: gong gĂČng qĂŹ che zhĂ n, jÄ­u yao yao lĂč? = Bus Haltestelle Linie 911? – „Yao“ ist dabei die wegen der einfacheren Aneinanderreihung bei Wiederholung ĂŒbliche „AufzĂ€hlform“ von „Eins“ – „Yi“ – Jiu-Yi-Yi wĂ€re wirklich irgendwie unhandlich auszusprechen.

Buslinien, die nicht mit Nummern sondern nach ihren Fahrtzielen benannt sind heißen „Xian“ – was einem jedoch wenig hilft zu wissen, da, selbst wenn jemand einem eine gute „Xian“ verraten wĂŒrde, man diese mangels LesefĂ€higkeiten schwerlichst finden wĂŒrde – aber man weiß ja nie... , also Nummernlinien = Lu, Namenlinien = Xian.

Wegen des ansonsten nicht immer eindeutigen Gebrauchs der Pinyin-Namen bei den Shanghaier Straßen, kann es passieren, dass Sie einzelnen Silben der hier angegebenen Namen in freier Wildbahn und auf StadtplĂ€nen in abweichenden Schreibweisen wieder begegnen – teilweise in der gleichen Straße auf unterschiedlichen Schildern. Extremstes Beispiel ist die große Tibet Lu vom Renmin Square in die Altstadt: chinesisch „Xi Zang Lu“ genannt. Kurz vor der APEC wurde die chinesische Pinyin-Version „Xi Zang“ jedoch aus GrĂŒnden der political correctness kurzer Hand gegen das westliche „Tibet“ ausgetauscht: Eine kleine Falle fĂŒr westliche Expats: Kein Chinese kann etwas mit „Tibet Lu“ anfangen und Westler haben wiederum keine Chance auf den Straßenschildern den tatsĂ€chlichen chinesischen Namen „Xi Zang Lu“ noch zu entziffern... – funny enough :-)

Trotz solcher UnwÀgbarkeiten kommt man mit Stadtplan, Namecards und Handy im Zweifelsfall immer ans Ziel!

 

Sightseeing-Busse

 Zu den Bussen selber und hier zuerst zu den sogenannten Sightseeing-Bussen: Am Shanghai- wie auch am kleineren Honkou-Stadion finden sich Tourist-Bus-Stations. Ich persönlich war bisher immer am Shanghai-Stadium (Shanghai TiyĂŒ Chang). Wenn man eh da ist, lohnt eine kleine Runde um die beeindruckende 80.000 Sitze-Arena mit ein paar interessanten GeschĂ€ften. Die direkt ans Stadion gebaute Schalterhalle ist durch die Unzahl grĂŒner Busse in der direkten Umgebung eigentlich nicht zu verfehlen. In der Halle wollen einem in der Regel beflissene Stuarts sofort zum gewĂŒnschten Bus geleiten.

Da gibt es zum einen in der Regel stĂŒndlich verkehrende Sightseeing-Linien zu allen wichtigen Ausflugszielen rund um Shanghai (u.a. Zhujiajiao, Oriental Green Boat Park, Sheshan, Jiading, Zhouzhuang, Tongli, Wuzhen, Grand View Garden u.v.m.).

Die Sightseeing-Linien-Busse sind wie erwĂ€hnt in der Regel grĂŒn, tragen ein bunt auffĂ€lliges Logo und sind mit „City Sightseeing“ beschriftet (Ausnahmen bestĂ€tigen auch hier die Regel...). FĂŒr die, die in Jiu Shi, Conghong oder Oriental Pearl Garden wohnen: Die nach Osten fahrende Touristenbuslinie 4 (Zhujiajiao, Oriental Green Boat Park, Grand View Garden)hat einen Zustieg an der Hu Qing Ping Gong Lu, Haltestelle Weijiajiao (die Ampel an der man Richtung Jiu Shi abbiegt), was einem fast zwei Stunden hin und her fahren sparen kann. Bei der Hinfahrt muss im Zweifelsfall jedoch deutlich auf sich aufmerksam machen, das ist ein gewisses Risiko, bei der RĂŒckfahrt raus gelassen zu werden ist jedoch kein Problem!

Die Busse sind eine gute Möglichkeit gĂŒnstig und komfortabel richtig herum zu kommen. Die Sightseeing-Linien-Fahrt ins schöne Wasserdorf Zhujiajiao kostet gerade mal 12 RMB (einfach). Sehr hilfreich ist wie immer irgendwo sein Ziel in chinesischen Schriftzeichen bei sich zu tragen. Auf vielen Tourist-Maps, im AHK-InfoGuide und auch im Lonely Planet-Guide Shanghai sind zumindest die Liniennummern und ihre Ziele verzeichnet. In der Schalterhalle helfen einem die erwĂ€hnten Stuarts bei der Bussuche. ACHTUNG: Die letzten RĂŒckfahrten sind bei manchen Orten teilweise schon um 15:30!! SOLLTE man mal den verpassen, gibt es in aller Regel noch einen Linienbus, zu dem heißt es sich durchfragen – und dann ein wenig Geduld haben, weil diese Linienbusse sind in der Regel keine echten Sprinter – kann aber auch lustig sein.

Neben den Linienfahrten kann man auch gefĂŒhrte Tages-Touren zu den umliegenden Dörfern und StĂ€dten (inclusive Hangzhou und Suzhou) buchen. Zu diesen Touren sei jedoch angemerkt, dass es sich um rein (auch sprachlich) chinesische „Ich habe 400 SehenswĂŒrdigkeiten in zweieinhalb Stunden gesehen“-Veranstaltungen handelt, die den unvorbereitet Reisenden aus dem Westen stressen können. Trotzdem ist es eine reelle Alternative, wenn man Besuch, selber aber keine Zeit hat. GrundsĂ€tzlich gibt es in China immer wieder die Möglichkeit zu komfortablen Busreisen oder AusflĂŒgen. Ein besonderes Erlebnis kann auch ein Transfer im „Sleeperbus“ sein, jenen zweistöckigen GefĂ€hrten mit mehr oder minder bequemen Liegen. Das ist dann aber wirklich mehr ein Erlebnis als Genuss. Zudem sollte man sicher stellen in einen Bus höherer Kategorie zu kommen, sonst ist’s nur noch Erlebnis...! So viel zu den Sightseeing-Bussen, von denen wir persönlich echte Fans sind.

 

StÀdtische Linienbusse

 FĂŒr die stĂ€dtischen Busse gilt folgende Grundregel:

 Ein unklimatisierter Bus kostet fĂŒr eine Kurzstrecke 1 RMB, maximal jedoch 5 RMB. Klimatisierte Busse schlagen mit einem Einstandspreis von 2 und bis zu 8 RMB zu Buche. In der Regel kommt man innerstĂ€dtisch mit max. 5 RMB aus, Expressbusse zu den Vororten kosten 10 oder 15 RMB und sind damit die gĂŒnstigste Möglichkeit Shanghai per Bus schnell zu durchqueren.

Bei den einfachsten Rappelkisten wirft man sein Fahrgeld einfach in eine „Spardose“ beim Fahrer – es wird in der Regel darauf vertraut, dass man das tut und in ausreichender Menge, allerdings hat der Fahrer auch ein Sichtfenster in die Spardose und sieht was eingeworfen wird. Die so bezahlten Busse sind in der Regel recht voll und wenig komfortabel – aber sie funktionieren.

Zudem finden sich Busse mit „Busbegleiterinnen“, die das Ziel wissen wollen, um dann den Fahrpreis zu kassieren. Kann man das Ziel nicht aussprechen, geben die Damen sich in aller Regel mit irgendeinem entschlossen ĂŒberreichten, nicht zu unsinnigen Betrag (eben zwischen 2 und 5 RMB) zufrieden. Diese Damen können zudem sehr hilfreich sein, wenn man das potentielle Ziel noch nie angefahren ist. Ausgehend von z.B. einer (chinesischen!!) Namecard sagen sie einem, wann man raus muss.

 Wenn wir von Preisen sprechen muss die Allzweckwaffe des Personennahverkehrs in Shanghai, die „Shanghai Gonggong Jiaotong Ka(rd)“, kurz: Jiaotong-eCard, nochmals erwĂ€hnt werden. Die scheckkartengroße Magnetkarte ist grĂŒn mit einem weißen Blitz drauf. Wo immer man dieses Symbol wieder findet, kann man mit der Karte zahlen, indem man an Ein- UND Ausgang der U-Bahn/Pearl- Line oder beim EINsteigen in einen Bus/FĂ€hre die Karte ĂŒber ein Magnetfeld mit dem gleichen Symbol zieht – oder praktisch-eleganter Weise auch nur den Geldbeutel oder die Tasche in der sich die Karte befindet (Aufpassen: Einige Bankkarten mochten das anfangs gar nicht, scheint aber weitgehend behoben zu sein...). Die Karte gilt in vielen Taxis (hier aufpassen, dass man wirklich seine eigene Karte zurĂŒck kriegt und wirklich nur einmal abgebucht wird), Bussen, der U-Bahn der S-Bahn und sogar an den FĂ€hren ĂŒber den Huang Pu – wer sich viel „öffentlich“ in der Stadt bewegen will, dem sei dieses Hilfsmittel sehr empfohlen. Sogar einige Restaurants, z.B. auch McDonalds akzeptieren die Karte. Man zahlt 30 RMB „Miete“ und kann dann beliebig hoch aufbuchen. ErhĂ€ltlich ist die Karte vorzugsweise an U-Bahn-Schaltern oder gekennzeichneten Kiosken. Bei VerstĂ€ndigungsschwierigkeiten einfach auf den in der Regel direkt neben der Registrierkasse stehenden kleinen grĂŒnen Magnetkasten mit dem Blitz-Symbol zeigen, auf dem die Karten aufgeladen werden. Leider sind die Karten manchmal ausverkauft.

 

Mit diesen Bussen + U-Bahn und der Pearl-Line kommt man schon wirklich weit rum: Beschreibung Shanghaier Buslinien (Dank an Miro auf www.schanghai.com). Interaktives chinesisches Nahverkehrsportal fĂŒr Shanghai (Dank an dibbuk auf www.Schanghai.com)

 Zhong Wei Xianäž­ć«çșż(„Teppichklopfer-Galgen-Linie“ – so sehen die Zeichen aus)  vom Zhong  Shan Park runter zur  Wu Zhong Lu und dann nach Wei Jia Jiao (u.a. Jiu Shi und Cong Hong Garden). Mittlerweile mit komfortablen Doppeldeckern bestĂŒckt!

911: Wan Ke Cheng Shi Hua Yuan – Fuxing Lu „Lao Xi Men“ – Einmal quer durch die Stadt, mit Hymall, Wu Jia Xiang-Basar, Zoo, Shui-Cheng-Lu/Carrefour, Xiang Yang Lu-Kleidermarkt, , Xintiandi, Altstadt

925A+B: Komfortable West-Ost Verbindung, z.B. vom Carrefour zum Peoples-Square (U-Bahn)

936: Von Hongqiao ĂŒber Peoples-Square und Fernsehturm bis zur Pudong-Freihandelszone

938: Schnellbus vom Hongqiao Airport zum FĂ€hrterminal zwischen Nanpu-Bridge und Fernsehturm auf Pudongseite. Umsteigemöglichkeiten von der 911 am Zoo, an der Hongxu Lu und am Gericht (Fa Yuan). Weiterer Halt an der Zhongshan Nan Yi Lu (Knoten vor der Nanpu-BrĂŒcke, NĂ€he Stoffmarkt) – Dank an Renate Lach.

48: Praktische Innenstadt-Rappelkiste vom Zoo ĂŒber Hongqiao Lu, Yan An Lu, Xinhua Lu und Huashan Lu bis zum großen Highwayknoten vor dem Renmin (Peoples) Square – Dank an Renate Lach.

72: Von Gubei nach Xu Jia Hui (U-Bahn)

519: Von der Shui-Cheng-Lu (Carrefour, Haltestelle jedoch auf der anderen Seite von Yan’an) zum Zhong-Shan Park (U-Bahn Haltestelle)

87: Zhong Wei Xian-Anschluss auf der Wu Zhong Lu Richtung Ikea und Long-Hua-Tempel

910: Vom Bund entweder bis zur Tongji UniversitĂ€t oder in die entgegengesetzte Richtung zum Stoff-Markt an der Dong Jia Du Lu (Endhaltestelle Nanpu Bridge – s. 43)

43: Von der Nanpu Bridge Richtung Xu Jia Hui – and der Haltestelle Da Mu Qiao umsteigen in 45

45: Von der Haltestelle Da Mu Qiao zur Xiang Yang Lu (Kleidermarkt) – fuer Rueckweg in der Fenyang Lu in die 45 steigen)

718: Von der Pearl Line Endhaltestelle zum Botanischen Garten

115/515: Von der Pearl-Line Haltestelle Chifeng Lu (SĂŒdausgang, ca. 200m in die nĂ€chste Abzweigung laufen)  Richtung Tongji UniversitĂ€t/German Centre

æČȘ-äșș民: Entlang der Yan An Lu und dem Hu Qing Ping Highway verkehren den ganzen Tag Schnellbuslinien vom People-Square Richtung Qing Pu. Das hier zuerst angegebene Zeichen ist „Hu“, die Kurzform fĂŒr Shanghai, die man z.B. auch auf Autokennzeichen und auf jedem Shanghaier LKW findet. Die beiden anderen Zeichen sind „Ren Min“ – People’s. Bei Hu kann man sich einen nach rechts schauenden Drachenkopf vorstellen. FĂŒr 6-15 RMB eine (insbesondere stadtauswĂ€rts) relativ komfortable und schnelle Variante voran zu kommen. Vergleichbare Linien gibt es in alle Haupt-Richtungen – die muss aber jemand anderes erkunden ;-)

  

Pearl Line und U-Bahn - der mit Abstand schnellste Weg durch Shanghai (Interaktive Shanghai-Metroplan, Dank an Montreux auf www.schanghai.com))

Shanghai verfĂŒgt ĂŒber zwei schienengestĂŒtzte Nahverkehrssysteme: die U-Bahn und die Pearl Line S-Bahn (mittlerweile in der Regel Metro Linie 3 genannt). Zusammen waren das mal drei, dann fĂŒnf Linien und heute 13 Linien. Beim Stand von 5 Linien habe ich die Einzelbeschreibung hier gestoppt, und empfehle den oben genannten Internetplan :-)). Ein weiterer Ausbau ist vorgesehen.

Die Linie 1 der U-Bahn kommt aus den Wohnvierteln im tiefsten SĂŒd-Westen Shanghais und endet im Norden, an der Shanghai-Railway-Station (Zugtickets berechtigen im ĂŒbrigen in der Regel zur anschließenden Benutzung der U-Bahn!!). Auf Ihrem Weg passiert sie so wichtige Punkte wie das Shanghai Stadium, Xu Jia Hui, die Huaihai Lu und den Renmin (Peoples) Square (Umsteigepunkt zur Linie 2).

Die Linie 2 kam ursprĂŒnglich vom populĂ€ren Zhong Shan Park westlich des Stadtzentrums, heute startet sie kaum 1 Kilometer vom Hongqiao Airport und fĂ€hrt dann weit hinaus nach Pudong u.a. zum Transrapid zum Pudong-Flughafen. Dabei passiert sie den Jing An Tempel die Nanjing Lu, den Renmin Square, an Lujiazui den Fernsehturm und den Century Park

Die S-Bahn (mittlerweile Metro Linie 3 genannt) startet im SĂŒden der Stadt, am SĂŒdbahnhof (Linienerweiterung steht kurz bevor), unweit des Botanischen Gartens und folgt dann weitestgehend dem Zhongshan Highway bis wiederum weit in den Norden, geplant und zum Teil bereits im Bau ist ein Ring-System. Interessante Haltestellen sind die Endhaltestelle Shanghai Nan Zhan nahe dem Botanischen Garten, Longcao Lu nahe Shanghais schönstem Tempel, dem Longhua Tempel, Caoxi Lu nahe Ikea und Shanghai-Stadion, Yan An Xi Gong Lu mit dem Tian Shan Gong Yuan, Zhong Shan Gong Yuan, mit dem sehr beliebten Park, Hongkou-Football-Stadium mit Luxun Park und Duo Lun Lu und die Chifeng Lu mit Busanschluss (u.a. Buslinie 115) Richtung Tongji-UniversitĂ€t.

Die neue Linie 4 wird gegen Ende des Jahres 2005 den Innenstadtring schließen und insbesondere auch Pudong besser zugĂ€nglich machen.

Linie 5 ist bereits in Betrieb und geht von Xinzhuang weiter in den SĂŒdwesten, nach Minhang, wo einige Wohn- und Industriegebiete sind.

Zur Rush-Hour Zeit kann U- und S-Bahn fahren in Shanghai stressig sein, in aller Regel ist es jedoch auch nicht schlimmer als in Deutschland. In voll besetzten Bahnen und Bussen wie schon erwÀhnt vor Taschendieben in Acht nehmen.

ZusĂ€tzliche Linien-Empfehlung/Beschreibung  - insbesondere Anbindungen einzelner Compounds – sind jederzeit willkommen!! Mit diesem Link sind Sie U-Bahntechnisch immer auf der Höhe: Shanghai Metro Plan.

Genug – eigentlich ging es auf dieser Seite nur um eines: deutlich zu machen, dass es zwar ein bisschen Überwindung braucht ansonsten aber ebenso machbar wie lohnend ist, zu versuchen sich mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr in Shanghai vertraut zu machen. Hier kann man fĂŒr sehr wenig Geld sehr weit kommen und vor allen Dingen: Man gewinnt ein echtes Pfund an zusĂ€tzlichem Selbstvertrauen und HeimatgefĂŒhl: Das ist meine Stadt, hier kann ich mich bewegen, wie ich will. In diesem Sinne viel Spaß und manchmal auch ein bisschen gute Nerven.

 

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Shanghai/China sind stĂ€ndig in Bewegung. Sie halten etwas fĂŒr ĂŒberholt oder gar falsch - es fehlt Ihnen was? Dann ist hier Raum fĂŒr Ihr Feedback.

 

Ein RĂŒckblick:

Als wir 2001 ein Shanghai kamen, war die Buslinie 911 DER Langnasenbus, da er relativ komfortabel vom Westen in die Innenstadt fuhr und dabei viele wichtige “Expat-Hotspots” mitnahm, zudem fĂŒhrte die Linie durch alle nur erdenklichen Arten von Wohn- und GeschĂ€ftsgebieten. Deswegen haben wir sie damals extra und ausfĂŒhrlich beschrieben - die Beschreibung zeigt, was damals wichtig war (spaßeshalber Stichworte grĂŒn gefĂ€rbt). Diese im folgenden beschriebene“klassische” Route hat ab 2005 durch umfangreiche Sanierungen im Bereich der Huai Hai Lu und durch die Schließungen des Wu Jia Xiang Bazars und des Xiangyang Lu-Fakemarktes leider ihren ursprĂŒnglichen Sightseeing-Reiz weitgehend verloren. FĂŒr die, die im Westen wohnen, bleibt die 911 allerdings trotzdem noch eine praktische Linie, um zu den Shopping- und Gastronomiegebieten rund um die Huai Hai Lu, oder in die (Reste der) Altstadt zu kommen - fĂŒr “Ehemalige” mag soll dieses einfach eine nette Erinnerung sein:

 Die Doppeldecker der 911 sind die mit weitem Abstand  frequentiertesten „Wessi“-Busse. Die Linie verbindet viele interessante Punkte mit der Aussicht und dem (gut – zugegebener Maßen  eingeschrĂ€nkten) Komfort des (meistens) klimatisierten Doppeldeckers, ist zu Stoßzeiten allerdings wirklich voll. Unterstrichen sind Namen von wichtigen Haltestellen.

 Der Startpunkt liegt weit im Westen Shanghais, ein kurzes StĂŒck nach der MĂŒndung der Wu Zhong Lu in die Qixin Lu . Die Haltestelle ist benannt nach dem gewaltigen Wan Ke-Compound, und ist neben einer großen „Hymall“, oder wie die Chinesen sagen „Le Gou“, durchaus eine Carrefour-Alternative auch mit KFC und Starbucks, aber auch einem großen Food-Court. (Lange gab es keine echte Alternative zum Carrefour, KFC brachte hin und wieder Junk-Food-Abwechslung und Starbucks bot - und bietet bis heute - einen der wenigen wirklich ruhigen RĂŒckzugsorte der Stadt. 2005 war dann DER Feiertag fĂŒr die West-Compound-Expats: Die Fahrerei nach Gubei erledigte sich, der Qibao Carrefour eröffnete ;-)))

Der komplette Name des wirklich riesigen Compounds lautet Wan Ke Cheng Shi Hua Yuan. Auf Grund der GrĂ¶ĂŸe des Compounds gibt es zwei Haltestellen – in der Regel wird, wenn man aus der Stadt kommend in der 911 sitzt - schon die erste, kurz hinter dem Compoundtor liegende (hier gibt es einen Bank of China mit Automat! - damals die einzigen EC-Karten-tauglichen Automaten)  als Endhaltestelle ausgerufen– die echte befindet sich jedoch etwas spĂ€ter auf einem eindeutig als Busbahnhof zu identifizierenden Platz. Von dieser Endhaltestelle geht man einfach 150m weiter in Fahrtrichtung aus dem Compound, bis man wieder auf der Hauptstraße ist und dann ist die Hymall auf der rechten Seite eigentlich schon nicht mehr zu ĂŒbersehen – ansonsten nach „Le Gou“, dem chinesischen Namen der Mall, fragen. In direkter Umgebung gibt es eine ganze Reihe guter Restaurants.

2003 hat ebenfalls in Laufweite weiter der Hauptstrasse folgend dann an einem Kanal links abbiegend die neue Historienstraße Qi Bao Lao Cheng Shi eröffnet, die in Zukunft, wenn alle Bauabschnitte beendet sind, mit dem Basar am Yu-Garden konkurrieren soll, : Qibao – so heißt der Bezirk - rĂŒstet auf. (2009 prĂ€sentierte sich das Qibao Historienviertel schon weitgehend fertig und war - da wesentlich chinesischer und gĂŒnstiger - Wochenends schon mindestens so ĂŒberlaufen wie sein großer Bruder in der Innenstadt)

Wir wollen aber Bus fahren und steigen so am Busbahnhof Wan Ke in die 911. Von dort geht es  zunĂ€chst links die Qixin Lu entlang und dann rechts auf die Hu Qing Ping Gong Lu. Hier hĂ€lt man am Busknotenpunkt Wu Jia Xiang, den man, wenn man aus einem der westlichen Vorstadtcompounds kommt, gut mit dem Taxi ansteuern kann, um hier in die 911 zuzusteigen.

Wenn man Spaß an chinesischem Wuselleben hat, lohnen die Angebote dieses chinesischen Vorstadtzentrums einen eigenen Blick. Hier findet sich von Wan Ke kommend auf der gegenĂŒberliegenden Seite der Hu Qing Ping ein sehr großer, zweistöckiger Basar mit Kleidern, Elektroartikeln, Nippes – eigentlich allem, sowie auf der Fahrtrichtungsseite Innenstadt versteckt hinter einem Restaurant einer der grĂ¶ĂŸten GemĂŒse-MĂ€rkte Shanghais (2009 ist der gewaltige Basar wie erwĂ€hnt leider einem der Expo-Bauprojekte zum Opfer gefallen. Der Markt besteht noch).

 Von Wu Jia Xiang aus folgt die 911 weiter der Hu Qing Ping, bis diese am Flughafen in die Yan An Lu  mĂŒndet. Kurze Zeit spĂ€ter wechselt der Bus auf die Hongqiao Lu, um als nĂ€chstes Highlight den Zoo (Shanghai Dong Wu Yuan – insbesondere der alten, tollen Parkanlage wegen lohnend) zu erreichen und dann die Shui Cheng Lu. (So umstritten die QualitĂ€t des Zoos, der alteingewachsene Sassoon-Park bleibt bis heute ein lohnendes Ziel!).

 Die Shui Cheng Lu (u.a. Gubei-Carrefour, China Telekom Service-Counter, Punjabi etc.) , ist die Westler-SchlĂŒsselhaltestelle der 911: Neben den genannten Einkaufsmöglichkeiten kann hier (wer will) in die feschen grĂŒn weißen Busse der Linie 925 (s.u.) umsteigen, die einen zum Renmin Guang Chang (Peoples Square) bringen, oder mit der (nicht ganz so schicken...) 936 gar durch den Tunnel Richtung Pudong durchstarten.

 Wer in der 911 bleibt, wird kurze Zeit spĂ€ter wieder in die Yan An Lu einbiegen, am Rainbow-Hotel mit seinem bis zur Jahrtausendwende noch einzigartigen 24h-EC-Service vorbei kommen, um wieder zurĂŒck zur Hongqiao Lu zu kreuzen. Man passiert den markanten, halbrunden Wolkenkratzer des Shanghai Broadcast-Centers um dann links in die Huaihai-Lu einzubiegen – wo sich vielfĂ€ltige Blicke auf skurrile Altstadtverhaue und TaubenschlĂ€ge eröffnen. UnabhĂ€ngig von diesen Blicken werden die meisten bei der Huaihai Lu hellhörig werden: Die 911 hĂ€lt ebenso an der Shanghai Library wie frĂŒher als Hauptgrund ihrer PopularitĂ€t bei AuslĂ€ndern, insbesondere direkt vor dem  Kleidermarkt an der Xiangyang Lu (Shi Zhang - der Fake-Markt hat sich hier allerdings  erledigt, findet sich heute in der Pudonger U-Bahnhaltestelle am Science Museum!). Damit gibt sie sich aber noch nicht zufrieden. Weiter geht es an den Malls zwischen Shanxi und Huang Pi Lu vorbei. Dann gönnt sich der Doppeldecker einen weiten Bogen nach rechts entlang der Renmin Lu (die die ehemalige Stadtmauer nachzeichnet) um schließlich an der Fuxing Lu/Lao Xi Men (“Altes West Tor”) seine Endhaltstelle zu erreichen – von hier liegt einem die Altstadt samt Lao Xi Men, Bai Yu Guan, Yu Garden im wahrsten Sinne des Wortes zu FĂŒĂŸen. Wer viel von Shanghai sehen will, der fĂ€hrt diese Linie einfach einmal rauf und runter, mit Pausen an den unterstrichenen Punkten. Ach ja: Mit dem Zoo verbindet sich der einzige Haken dieser Bus-Linie: Aus der Stadt kommend enden manche Busse hier, statt weiter nach Wan Ke zu fahren. DiesbezĂŒglich auf die Fahrtschilder neben der hinteren EinstiegstĂŒre achten: Beginnt eines der Zielworte mit den beiden Zeichen fĂŒr Shanghai ist es ein Bus der nur zum Zoo fĂ€hrt. Auch kann man der Busbegleiterin mit fragendem Blick die Worte: Van Ke? (Uoan Ke?) an den Kopf werfen. Nickt sie, ist alles in Butter. Klingt schwierig? Ich war bei meinen ersten Busfahrten sehr aufgeregt. Aber letztlich wenn man Zeit hat – was kann passieren? Hat man sich verfahren, dann springt man halt in ein Taxi.

 

  

Die 925: Mit Fernseher und Klima zum Renmin-Square (Haltestellen wieder unterstrichen)

 Linien 925 A + B:

 Seit 2002 im Einsatz, waren die  „AmeisenfĂŒhler“ (man schaue auf die Spiegel...) -Busse von Volvo, der letzte Schrei des Shanghaier Nahverkehrs: Geboten wurden hier endlich Klima, gute LĂ€rmdĂ€mpfung, wechselweise Musik oder gar Fernseh-Berieselung und durchweg zweisprachige Ansagen + Leuchtband-Anzeigen. Mittlerweile zollen die einstigen GlanzstĂŒcke Wetter und VerkehrsverhĂ€ltnissen rappelnd-verblassenden Tribut. .

 Zu einer durch die „AmeisenfĂŒhler“ bedienten Hauptlinien zĂ€hlt auch die 925, die es als A und B gibt.

 Die 925 A  startet hinter dem Shanghai-Museum (Renmin Guang Chang) von der Ringstraße um den Renmin Square und folgt strikt der Yan’an Lu mit Stopps an allen wichtigen Querstraßen sowie der Pearl-Line Station am Tianshan Gong Yuan, um dann ĂŒber die Hongqiao Lu (u.a. Halt an der Shui Chen Lu: Carrefour) zum Hongqiao Airport zu fahren.

So nett die Linie A als „Querstraßenhopper“ entlang der Yan’An Lu ist, so viel interessanter ist letztlich die Linie B, weil sie 1. noch weiter als bis zum Flughafen fĂ€hrt und 2. durch Nutzung des Highways schneller ist! Die 925B ist der West-Ost Express Shanghais!

Auch sie startet hinter dem Shanghai Museum, folgt Yan’an – wechselweise oben und unten, passiert entlang der Hongqiao Lu die Shui Chen Lu (Carrefour), fĂ€hrt dann aber nicht zum Flughafen sondern an diesem vorbei weiter in die Hu Qing Ping Gong Lu, um dann kurze Zeit spĂ€ter links in die Hang Dong Lu zu biegen. Hang Dong Lu klingt ebenso nichtssagend wie uninteressant, ist aber wichtig, weil an dieser Haltestelle auch die Buslinie – tief durchatmen - „Zhong Wei Xian“ hĂ€lt - und da haben wir dann doch eine „Xian“..., eine Namenlinie.

„Zhong Wei Xian“ kommt von den Endhaltestellen „Zhong Shan Park“ und „Wei Jia Jiao“ (direkt am Jiu Shi Compound) und ist eine glĂŒcklicher Weise auch fĂŒr Analphabeten wie mich einfach zu merkende Zeichenfolgeäž­ć«çșż: stehender Teppichklopfer=Zhong  + leerer Galgen=Wei + eine markante Doppelnase links mit irgendeinem Gekrisel rechts = Xian ...). Mit der „Teppichklopfer-Galgen-Linie“ können Bewohner von Cong Hong, Jiu Shi und Oriental Pearl Garden von der „Hang Dong Lu“ – nachdem sie die Straßenseite gewechselt haben! -  fĂŒr 1 RMB weiter gen Heimat fahren.

Nur noch der VollstÀndigkeit halber zur 925B: Die der Hang Dong Lu nachfolgenden Haltestellen liegen in Wohnvierteln zwischen Qi bao und Hong qiao und sind eher vernachlÀssigenswert!

Folgendes kleines „Netz“ steht mit nur drei Linien zur Verfuegung: Ausgehend von den westlichen Vorstadtcompounds Oriental Pearl, Cong Hong oder Jiu Shi kann man mit der „Teppichklopfer-Galgen-Linie“ „Zhong Wei Xian“ bis zum Busknotenpunkt „Wu Jia Xiang“ fahren, um dort in die 911 umzusteigen, entweder Richtung, Carrefour, Huai Hai Lu und Altstadt oder Richtung Wan Ke Compound mit Hymall, Historienmeile und Anschluss zur Ski-Halle.

Oder man bleibt an Wu Jia Xiang in der Zhong Wei Xian sitzen, bis sie das erste Mal rechts in die Hang Dong Lu abbiegt, steigt dort an der ersten Haltestelle aus, ĂŒberquert die Straße und fĂ€hrt mit der 925B zum Renmin Square.

Theoretisch könnte man sogar noch lĂ€nger in der Zhong Wei Xian bleiben, bis sie nach ĂŒber einer Stunde Fahrtzeit die U-Bahnhaltestelle Zhong Shan Park erreicht – das ist (2002!!) aber was fĂŒr SEHR hartgesottene, denn die Zhong Wei Xian ist bei aller Liebe schlicht ein  Rappelbus... . 

Zum Zhong Shan Park gibt es effektivere Wege... .

Allen viel Spaß, die auch heute öffentlich unterwegs sind. Ich blicke jetzt auf fast 10 Jahre GeschĂ€fte in Shanghai zurĂŒck - immer ohne Auto: Es geht also ;-).

 

[S u. F. Demmer] [Allgemeines] [Shanghai Tagebuch] [Wohnen in Shanghai] [Arbeiten in Shanghai] [Leben in Shanghai] [Unterwegs in China] [Bilder]